Der Film als Fall in der Lehrer_innenbildung

Mainz, Germany (10.-11.10.2019), 15. September 2019.

AG Kasuistik
11. Tagung der Arbeitsgemeinschaft Kasuistik in der Lehrer_innenbildung
10.-11.10.2019
Johannes Gutenberg Universität-Mainz

Der Film als Fall in der Lehrer_innenbildung

Dokumentar- und Spielfilme stellen spezifische und bisweilen auch beliebte Medien für kasuistische
Lehrer_innenbildung dar, sowohl in den Erziehungswissenschaften als auch in den Fachdidaktiken.
Dabei unterscheiden sie sich von Unterrichtsvideos in der Art und Weise der Abbildung von
Schulwirklichkeit. Die Tagung der Arbeitsgemeinschaft Kasuistik in der Lehrer_innenbildung rückt den
Film als Fall ins Zentrum und geht den Fragen nach, wie in der Hochschullehre das Medium Film für die
Praxis der gemeinsamen interpretatorischen Erschließung pädagogischer Spannungsfelder, Diskurse
und Herausforderungen bereits genutzt wird, und inwiefern diese Vergegenwärtigung Anlass für
methodologische und methodische Vertiefungen sein kann, was die Potentiale vom Film als Fall für die
kasuistische Lehrer_innenbildung betrifft.

Die Rezeption von Filmen kann einerseits an alltagsweltliche Erfahrungen Studierender anknüpfen,
weil sich der Film als Unterhaltungsmedium für affektive Zugänge eignet. Andererseits fordert eine
wissenschaftliche Logik einen distanzierten, analytischen, re- und dekonstruierenden Blick auf Film als
Medium, aus dem theoretische Zugänge zur abgebildeten Praxis rekonstruiert werden können, und
anhand dessen unterschiedliche Rezeptionslogiken thematisiert werden können. Die Tagung bietet
den Raum dafür zu fragen, was mit Filmen in der kasuistischen Lehrer_innenbildung auf welchen
Ebenen wie passiert, und wie diese Erkenntnisse für kasuistische Lehrformate genutzt werden können.

Wir ersuchen um Beiträge zu Workshops (90 min) unter diesen möglichen Frageperspektiven:

  • Was für ein Fall ist der Film? Was wird im Film zum Fall?
  • Wie können die Unterschiede zwischen aus Forschungszwecken protokollierter pädagogischer Praxis und jener, die filmisch konstruiert ist, methodologisch greifbar gemacht werden?
  • Welche verschiedenen methodischen Zugriffe fördern welche Ergebnisse über die Struktur(logiken) vom Film als Fall im Unterschied zu Videos, Transkripten oder Protokollen als Fall zutage?
  • Welche forschungsmethodischen Verfahren zur verstehenden Erschließung vom Film als Fall sind für eine kasuistische Lehrer_innenbildung von hochschuldidaktischer Relevanz?
  • In welchem Verhältnis steht der Zugang zur Rezeptionslogik der Studierenden über Filme zu möglichen Filminterpretationen?
  • Welche Heuristiken könnten das Potential offenlegen, das möglicherweise in der Rekonstruktion der abgebildeten pädagogischen Praxen in Filmen steckt?
  • Welcher Mehrwert für die kasuistische Lehrer_innenbildung könnte in der Berücksichtigung interdisziplinärer Filminterpretationen (etwa Film-, Medien- und Kommunikationswissenschaften) liegen?
  • Was bedeuten diese Perspektiven für den Einsatz von Filmen in der kasuistisch orientierten Lehrer_innenbildung?

Willkommen sind auch methodische und methodologische Fokussierungen, die quer zu den Bezügen
auf den Film als spezifisches Medium bzw. auf Filme in ihrer gegenstandsbezogenen Bedeutung in
pädagogischen bzw. fachdidaktischen Lernsettings abzielen.

Anknüpfend an die auf vergangenen Tagungen der AG Kasuistik diskutierte Frage danach, wo und wie
die Ergebnisse der Tagungen zugänglicher und auch sichtbarer werden können, schlagen wir vor, den
Diskurs zum Thema der Tagung in das sich derzeit gründende Publikationsmedium datum & diskurs
einzubringen und dort fortzuführen. Näheres hierzu wird vor Ort in der Mitgliederversammlung Thema
sein.

Vorläufiges Programm:

Donnerstag, 10.10.2019

Ab 11 Ankommen und Imbiss

11.45 - 12.15 Tagungseröffnung: Vorbereitungsteam
Grußworte: Prof. Dr. Carla Schelle, Prodekanin für Studium und Lehre

12.15 - 13.15
1. Plenarvortrag & Diskussion
Angela Krewani (Philipps-Universität Marburg): Ökologie und Klimawandel: der Film als
Unterrichtsmedium

13.15 - 13.30 Pause

13.30 - 14.30 2. Plenarvortrag & Diskussion
Petra Herzmann, Markus Hoffmann, Matthias Proske (Universität zu Köln): Der (Lehrer-)
Spielfilm als Medium der kasuistischen Lehrer*innenbildung

14.30 - 15.00 Kaffeepause

15.00 - 16.30 Parallele Workshops

16.30 - 16.45 Pause

16.45 - 17.45 3. Plenarvortrag & Diskussion
Alexander Geimer, Dino Capovilla (Humboldt-Universität zu Berlin): Bedeutung
medialer Repräsentationen von Lehrkräften (in fiktional-narrativen Spielfilmen, Serien,
usw.) für die Ausbildung des Habitus von angehenden Lehrer_innen

18.00 - 19.30 Mitgliederversammlung der Arbeitsgruppe Kasuistik in der Lehrer_innenbildung
ab 20.00 Gemeinsames Abendessen im Proviantamt (am Schillerplatz)Freitag, 11.10.2019

9.00 - 10.00
4. Plenarvortrag & Diskussion
Michael Meier (Universität Siegen): Über den Film „Die Klasse“ und das kasuistische
Potential für die Lehrer*innenbildung

10.00 - 10.15 Kaffeepause

10.15 - 11.45 Parallele Workshops

11.45 - 12.00 Pause

12.00 - 13.00 Abschlussplenum und Diskussion

13.00 - 14.00 Imbiss und Abschied

Einreichungen von kurzen Abstracts zu Workshops bitte bis 01.06.2019 an: akbaba@uni-mainz.de
Anmeldungen zur Teilnahme bitte bis zum 15.09.2019 an: jludwi02@uni-mainz.de

Bitte geben Sie bei der Anmeldung an, ob Sie an dem gemeinsamen Abendessen im Proviantamt
teilnehmen möchten.

Für Übernachtungsgäste haben wir Zimmerkontingente in diesen Mainzer Hotels vorgebucht:
Hotel Hammer (Hbf) (ab 86€, buchen bis 12.09.2019)
Advena Hotel Europa (Hbf) (ab 77€, buchen bis 10.09.2019)
Römerstein Hotel (50€, buchen bis 09.09.2019)
Me & All Hotel Mainz (zw. Hbf und Uni) (ab 119€, buchen bis 15.08.2019)
B&B Hotel Mainz (Hbf) (66,50€, buchen bis 13.09.2019)

Wir freuen uns auf die gemeinsame Tagung!

Das Organisationsteam
Christine Schlickum / Johannes Ludwig / Helge Kminek / Anja Hackbarth / Laura Fuhrmann / Yalız Akbaba

Files

application/pdf-icon der_film_als_fall._vorlaufiges_programm_ag_kasuistik_10.-11._okt_2019_in_mainz.pdf