Designästhetik – Theorie und soziale Praxis

Rolandseck, Germany, 14.-15. June 2018

Internationale und interdisziplinare Tagung der Universitat Koblenz-Landau und der Hochschule Furtwangen in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Ästhetik im Arp-Museum Bahnhof Rolandseck am 14. u. 15. Juni 2018

Design ist allgegenwärtig, es durchtränkt gleichsam unser Leben, oftmals unbewusst, doch immer durchscheinend und folgenhaft. Es ist Bestandteil des Habitus, mit dem wir uns von anderen unterscheiden oder mit anderen assoziieren. Es ist mithin unverzichtbarer Teil unserer Identität, es definiert unser Leben – von der »Sprache der Mode« (Barthes) bis zu dem Parfum, das wir tragen, dem Auto, das wir fahren oder dem Haus, in dem wir wohnen. Auch der Körper ist Teil des Designs, nicht zuletzt durch Ausführungen der Körperformung, des Körperschmucks und des Körpererlebens. Selbst im bewussten Verzicht auf Design kommt eine spezifische Designästhetik zum Ausdruck, die anders sein möchte als »übliche« Angebote. Welche Normierungen hier greifen oder als Orientierung für Absetzbewegungen dienen, zeigt sich im Übrigen heute vor allem in der Prägung durch massenmediale, globale Diskurse.

Die Tagung will zu diesem nur kurz anzudeutenden Dispositiv einen theoretischen wie praktischen Rahmen entwickeln helfen und Indikatoren für die Leistungen einer »Designästhetik« diskutieren, mit der sich Design als kontextabhängiges und komplexes Verfahren von Codierungen beschreiben lässt. Dieser neue Ansatz basiert auf einer Beschreibung von Merkmalen der Wahrnehmung anhand von Handlungen der Gestaltung wie Entwerfen, Planung oder Projektieren. Ein Akt der Gestaltung wird hier als eine Kombination von drei Sätzen von Hinweisen betrachtet, die (a) die Form des Artefakts beschreiben, das zu gestalten ist, die (b) jene Funktionen anvisieren, die das Artefakt performativ vollzieht, und die (c) gleichzeitig auch die Szenen der Entstehung und Geschichte dieser Funktionen formulieren. Diese Referenzpunkte werden, so die These, durch Muster von Benutzererfahrungen zusammengeführt. So lassen sich auch die Anwendungsmöglichkeiten eines theoretischen Rahmens für die Leistung von Designproduktion wie für die Analyse von Designrezeption vor allem auch künstlerischer Regime verhandeln.

Leitung: Prof. Dr. Oliver Ruf / Prof. Dr. Stefan Neuhaus

14. Juni 2018

12:00 Uhr DR. OLIVER KORNHOFF: Begrüßung

12:15 Uhr PROF. DR. OLIVER RUF und PROF. DR. STEFAN NEUHAUS: Eröffnung

12:30 Uhr PROF. DR. ROLF SACHSSE: Design und Dada

13:15 Uhr PROF. DR. BERNHARD E. BÜRDEK: Über Sprache, Gegenstände und Design revisited

14:00 Uhr PROF. DR. GERHARD SCHWEPPENHÄUSER: Nominalismus und Realismus in der Ästhetik des Designs

14:45 Uhr Pause

15:15 Uhr PROF. DR. KNUT EBELING: Archäologie der Artefakte. Eine Kritik der (Design-)Ästhetik16:00 Uhr PROF. DR. MICHAELA OTT: Design-Ästhetiken und -Verständnisse aus dem afrikanischen Raum

16:45 Uhr PROF. DR. HEIKE GFREREIS und DIETHARD KEPPLER: Was ist eine Vitrine? Aufbewahrungs- und

Zeigesysteme 1800 1900 2000

17:30 Uhr Pause

18:00 Uhr Performance I: AFONS KNOGL: Wheels displace things

18:30 Uhr Performance II: ALICE GUENTHER: Alice and Bob (future perfect)

19:00 Uhr Werkstattgespräch

15. Juni 2018

09:00 Uhr PROF. DR. MARTIN GESSMANN: Design und deep learning. Zur Ästhetik einiger künftigen Interaktion von Mensch und selbstlernenden Systemen

09:45 Uhr DR. SUSANNE HAAKE: Memorial Design Pattern– Entwurfsmuster in der Gestaltung digitaler Erinnerung

10:30 Uhr JOHANNES LANG: Designästhetik als psychologische Langlebigkeit

11:15 Uhr DR. MARGOT VON GUMPPENBERG und ASTRID VON ASTEN: Führung Arp-Museum und »Rede-vous des amis: Kurt Schwitters und Hans Arp«

12:15 Uhr Pause

14:00 Uhr PROF. h.c. KLAUS FRENZEL: Mercedes-Benz User Experience Design

15:00 Uhr Abschluss.